Verhaltenskodex gegen sexuelles Fehlverhalten

Sexuelles Fehlverhalten, insbesondere sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist spätestens seit #MeToo endgültig in der Unternehmensrealität angekommen. Die Thematik ist heikel, denn einerseits will man seine Mitarbeiter nicht unter Generalverdacht stellen, andererseits will man sich nicht nachsagen lassen müssen, zu wenig getan zu haben.

Fest steht: Unternehmen sind verpflichtet, wirksame präventive Maßnahmen zu ergreifen, um sexuelles Fehlverhalten durch Mitarbeiter effektiv zu verhindern. Hierzu ist es ratsam, einen verbindlichen Verhaltenskodex1 zu implementieren, der definiert, was grundsätzlich als sexuelles Fehlverhalten anzusehen ist, an wen sich Betroffene anonym wenden können und welche spezifischen Sanktionen an Verstöße anknüpfen.

Jedes Unternehmen ist verpflichtet, gemäß § 13 Abs. 1 AGG eine Beschwerdestelle vorzuhalten, an die sich Betroffene von sexuellem Fehlverhalten oder sonstigen Benachteiligungen wenden können. Das Hinweisgeberschutzgesetz verschärft die Anforderungen deutlich für alle Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiter:innen.

Ziel muss es sein, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem potentiell Betroffene bestmöglich vor sexueller Belästigung geschützt sind und im Falle eines Fehlverhaltens zeitnah jedwede Unterstützung erhalten. Auch die Aufklärung von Verstößen muss verbindlich geregelt sein, Stichwort: Anonymität, Vertrauensschutz und Vermeidung von Sekundärviktimisierung.

Verhaltenskodex (Code of Conduct, Betriebsvereinbarung): Belehrung und eLearning Schulung der Mitarbeiter zur Prävention: sexuelles Fehlverhalten am Arbeitsplatz

Verhaltenskodex

Wir unterstützen Sie bei der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen sowie eines auf Ihr Unternehmen angepasstes Verfahrens- und Regelwerk, ebenso wie bei Implementierung von Schulungen und Awarenesstrainings für Mitarbeitende in Ihrem Unternehmen.

Durch präventive Maßnahmen des Unternehmens wird das Signal gesendet, dass sexuelle Belästigung nicht toleriert wird, die Mitarbeitenden geschützt werden und über das Thema sexuelles Fehlverhalten im Unternehmen aufgeklärt werden soll.

Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle legt nahe, dass Aufklärung im Unternehmen zur Prävention sexuellen Fehlverhaltens von zentraler Bedeutung ist. Diese 2015 durchgeführte Befragung ergab2, dass viele Formen von sexueller Belästigung von nur etwa zwei Dritteln der Befragten als solche zutreffend erkannt wurde – ein Drittel hat sexuelles Fehlverhalten dementsprechend für sich anders definiert.

Präventive Schutzmaßnahmen

Folgende Maßnahmen sollten Unternehmen mindestens umsetzen:

  • Verhaltenskodex für verbindliche Präventionsmaßnahmen
  • regelmäßige Schulungen und Awareness-Trainings
  • Einrichtung von Beschwerde- und/oder Hinweisgeberstellen
  • Zeitnahe, unkomplizierte Hilfe bei der Bewältigung des Vorfalls
  • Aufklärung der Beschwerde durch zuvor verbindlich festgelegte Maßnahmen

Wir unterstützen Sie bei der Entwicklung und Implementierung dieser Maßnahmen im Unternehmen. Dabei achten wir auf eine möglichst ressourcenschonende Umsetzung: statt zeitraubender und unmotivierter Gruppenschulungen setzen wir kurze E-Learnings ein, die Mitarbeitende in eigener Verantwortung und nach ihrer zeitlichen Verfügbarkeit ansehen und die Belehrung anschließend als durchgeführt und verstanden unterzeichnen.

Lernziele des E-Learnings

Durch unser E-Learning werden Mitarbeiter:innen in die Lage versetzt,

  • Formen von sexueller Belästigung zu benennen
  • Warnsignale von sexueller Belästigung zu erkennen
  • Vertrauen für ihre eigene Wahrnehmung zu erzeugen
  • Hilfestellungen für sich selbst und andere anwenden
  • Beschwerdemöglichkeiten und Rechte aufzählen.

Lerninhalte: Kurskapitel (Dauer ca. 15 Minuten)
  1. Formen und Vorkommen von sexuellem Fehlverhalten
    Sexuelle Belästigung kann in verschiedenen Formen auftreten. Welche das sind und wie diese in der Praxis aussehen wird gemeinsam interaktiv erarbeitet.
  2. Hindernisse beim Erkennen und Melden von sexueller Belästigung
    Hindernisse beim Wahrnehmen, Erkennen und Melden von sexueller Belästigung.
  3. Einblicke in die Gefühle von Betroffenen
    Was denken oder fühlen Betroffene? (Fallbeispiel)
  4. Warnsignale
    Welche Warnsignale gibt es? (sog. „red flags“ werden aufgezeigt und erläutert)
  5. Folgen von sexueller Belästigung bzw. sexuellem Fehlverhalten
    Welche Folgen können durch sexuelle Belästigung bei Betroffenen entstehen?
  6. Richtiges Vorgehen gegen sexuelle Belästigung
    Was können Betroffene und Außenstehende bei sexueller Belästigung tun?
    Ein eindrücklicher Dialog demonstriert das richtige Vorgehen.
  7. Präventionsmaßnahmen im Unternehmen
    Wo kann man sich über Präventionsmaßnahmen im Unternehmens informieren?
  8. Vermeidung von falschen und missverständlichen Signalen
    Wie kann vermieden werden falsche oder missverständliche Signale zu senden?

  1. Die Begrifflichkeiten unterscheiden sich stark: in internationalen Unternehmen wird vom „code of conduct“ gesprochen, in traditionelleren Unternehmen von Betriebsvereinbarung oder Ethik-Richtlinie. ↩︎
  2. Antidiskriminierungsstelle: Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz (PDF) ↩︎
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